Lade Veranstaltungen

« Alle Veranstaltungen

  • Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.

Intergalactic Solidarity and the return to the Commons: the ZAD (Zone à Défendre)

Oktober 15, 2018 @ 6:30 pm - 8:30 pm

bild: Solidarität vom Wagenplatz "Wem gehört die Welt"; http://wemgehoertdiewelt.blogsport.de

bild: Solidarität vom Wagenplatz „Wem gehört die Welt“; http://wemgehoertdiewelt.blogsport.de

Open lecture and public discussion with

 Isabelle Frémeaux and John Jordan (The Laboratory of Insurrectionary Imagination)

 in english – deutsche Übersetzung siehe unten

„On a 14-square mile patch of western France known as Notre-Dame-des-Landes, a world is being constructed, a way of living, formed through common endeavour and a knowledge of and sensitivity to the landscape and its ecosystems. It’s a messy process that was started 10 years ago when climate activists started to squat the area to prevent the construction of a new airport. This action was known as the Zone à Défendre (area we must defend) or the ZAD. Over the years the protest morphed into a social experiment as people began to build homes, set up collective farms, breweries, workshops and libraries.
This spring the French government finally cancelled plans for the airport and in the same breath declared that those living on the land would be evicted. Eviction however has been resisted with such determination that the government has been forced to negotiate and has offered people on the ZAD the chance to apply for use of the land for agricultural projects. With the battle against the airport won, the task now is formalising the mechanisms of collective living without losing the creativity, freedom and spontaneity that has defined their movement.“ (Quote from Return to the Commons, a film by Ryan Powell and Pierre-Eliott Bue)

Only a few days ago we witnessed similar pictures of resistance in Hambacher Forest. 50.000 people demonstrated to save a 12.000 years old forest from being chopped down. They thereby send a strong message against the ongoing destruction of the climate. A few weeks earlier the police evicted a treehouse settlement known as Oaktown to violently path the way for the brown coal excavators of the energy corporation RWE.

.

Together with Isabelle Frémeaux and John Jordan from the art activism collective The Laboratory of Insurrectionary Imagination we will discuss the return to the commons, tools of joyous rebellion and collective education, the insurrectionary imagination as forms of political and artistic practice and resistance as well as the islands of hope growing out of the ruins of the fossil age.

.

Isabelle Frémeaux and John Jordan (The Laboratory of Insurrectionary Imagination)

John Jordan is an art activist. He co-founded the direct action groups Reclaim the Streets and the Clown Army, worked as a cinematographer for Naomi Klein’s The Take, co-edited the book We Are Everywhere: the irresistible rise of global anti-capitalism (Verso 2004). Isabelle Frémeaux was a senior lecturer in Media and Cultural Studies at Birkbeck College-University, London, until she resigned in December 2011 to escape wage labour and academia. Her action research explores popular education, storytelling and creative forms of resistance. Together they co-founded the art activism and permaculture collective The Laboratory of Insurrectionary Imagination whose infamous interventions continue to erupt across Europe. In 2011 they published the book/film Paths Through Utopias (La Decouverte,2011), after which they set up the community la r.O.n.c.e (Resist, Organise, Nourish, Create, Exist) which lies 70kms from la ZAD.
Under the motto „Nous sommes la nature qui se défend!“ (We are nature defending itself!) in Western France, the Zone à Défendre ( ZAD) has become Europe’s largest commoning experiment, resistining the plan to build a major airport and the civilization it stands for.

The event is organized in cooperation with the Nachbarschaftsakademie and the Commons Evening School in Prinzessinnengarten

.

+++++++++++++++++++++++++++++++

.

Öffentlicher Vortrag und Diskussion

.

Intergalaktische Solidarität und die Rückkehr zu den Gemeingütern:

Die ZAD (Zone à Défendre)

.

Die Veranstaltung ist in Englisch. Bei Bedarf wird es eine Flüsterübersetzung geben

.

Auf einer 14 Quadratkilometer großen Fläche in Westfrankreich, bekannt als Notre-Dame-des-Landes, wurde eine Welt erbaut, eine Art zu Leben, geformt durch die gemeinsame Bestrebungen und das Wissen um und die Empfänglichkeit für eine Landschaft und ihr Ökosystem. Ein unordentlicher Prozess, der vor 10 Jahren begann, als Klimaaktivist*innen anfingen den Ort zu besetzen, um den Bau eines neuen Flughafens zu verhindern. Diese Aktion wurde bekannt als die  Zone à Défendre (die zu verteidigende Zone) oder auch die ZAD. Über die Jahre verwandelte sich der Protest in ein soziales Experiment, als die Menschen damit anfingen, Häuser zu bauen, kollektive Höfe, Brauereien, Werkstätten und Büchereien zu errichten. (Zitat aus Return to the Commons, ein Film von Ryan Powell und Pierre-Eliott Bue)

In diesem Frühjahr schließlich hat die französische Regierung die Pläne für den Flughafen endgültig aufgegeben und im selben Atemzug erklärt, dass die Menschen, die hier leben, geräumt werden müssen. Der Widerstand gegen die Räumung war jedoch so stark, dass die Regierung gezwungen wurde, Verhandlungen zu führen und den Menschen der ZAD die Chance zu geben, sich für die landwirtschaftliche Nutzung der Flächen zu bewerben. Nachdem der Kampf gegen den Flughafen gewonnen ist, besteht die Aufgabe nun darin, die Mechanismen des kollektiven Zusammenlebens zu formalisieren. ohne dabei die Kreativität, Freiheit und Spontanität zu verlieren, die die Bewegung bisher bestimmt haben.

Ähnliche Bilder des Widerstandes haben wir in den letzten Tagen aus den Hambacher Forst gesehen. 50.000 Menschen haben sich am 6. Oktober auf den Weg gemacht, um die Abholzung eines 12.000 Jahre alten Waldes zu verhindern und um gleichzeitig ein starkes Zeichen gegen die fortgesetzte Zerstörung des Klimas zu setzen. Vorausgegangen war die Räumung der von Klimaschützer*innen eingerichtete Baumhaussiedlung Oaktown durch die Polizei, um gewaltsam Platz zu schaffen für die Braunkohlenbagger des Energiekonzern RWE.

.

Isabelle Frémeaux and John Jordan (The Laboratory of Insurrectionary Imagination)

John Jordan ist ein Kunstaktivist und Mitgründer der Gruppen Reclaim the Streets und der Clown Army, die mit Methoden der direkten Aktion arbeiten. Er war Filmemacher für Naomi Keins The Take und Mitherausgeber von  We Are Everywhere: the irresistible rise of global anti-capitalism (Verso 2004). Isabelle Frémeaux hat Medien- und Kulturwissenschaften an der Birkbeck College-University in London unterrichtet, bevor sie im Dezember 2012 kündigte, um Universität und der Lohnarbeit zu entfliehen. Ihre Aktionsforschung untersucht Formen des Bildung von unten, des Geschichtenerzählens und kreative Formen des Widerstandes. Zusammen haben Frémeaux und Jordan das Kunstaktivismus- und Peqmakultur-Kollekiv The Laboratory of Insurrectionary Imagination (www.labofii.net) gegründet, dessen berüchtigte Intervention überall in Europa für Aufsehen sorgen. 2011 haben sie den Film und das Buch „Pfade durch Utopia“ (Edition Nautilus 2013) veröffentlicht und daraufhin in der Nähe der ZAD die Gemeinschaft  la r.O.n.c.e ((Resist, Organise, Nourish, Create, Exist) gegründet.
Unter dem Motto „Nous sommes la nature qui se défend!“ (Wir sind die Natur, die sich selbst verteidigt!) ist in Westfrankreich mit der Zone à Défendre (ZAD) das größte Commoning-Experiment Europas entstanden, dass erfolgreich Widerstand leistet gegen einen geplanten Großflughafen und gegen die Zivilisation, für die das Projekt steht.

 

.

.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Nachbarschaftsakademie mit der Commons-Abendschule im Prinzessinnengarten.

Die Veranstaltung ist gleichzeitig Teil der vorbereitenden Recherche für ein von der Kulturstiftung des Bundes im Rahmen des Fonds Bauhaus heute gefördertes Ausstellungsprojekt, das die nGbK-Projektgruppe gemeinsam mit dem Botanischen Garten und Botanisches Museum Berlin, der Nachbarschaftsakademie im Prinzessinnengarten und der Martin-Elsaesser-Stiftung zwischen August und Oktober 2019 realisieren wird.

nGbK Projektgruppe: Sandra Bartoli, Marco Clausen, Silvan Linden, Åsa Sonjasdotter, Florian Wüst

Details

Datum:
Oktober 15, 2018
Zeit:
6:30 pm - 8:30 pm

Veranstaltungsort

SolidarityfromWagenplatzWemgehoertdieWelt-1